4 Tages-Ausfahrt 2017

 

Der Ducati Club hat sich nach ca.14 Jahren noch einmal für dieses Ziel der traditionellen Fronleichnam Viertage-Ausfahrt entschieden. Meine Erinnerungen waren gemischt, ich mußte mich damals mit einem defekten Laderegler herumschlagen und hatte eigentlich nicht viel von Land und Leuten gesehen, ausser einigen Motorradwerkstätten, die mir , rsp meiner Bella aber allesamt nicht wirklich helfen konnten. Eine Ducati Vertretung war allerdings auch nicht auffindbar, diese Gedanken begleiteten meine Vorbereitungen zur diesjährigen Ausfahrt. Nun, unsere Ducatis sind in den Jahren auch wirklich zuverlässiger und ausdauernder geworden, andererseits sollte mir das nicht noch einmal wiederfahren. So habe ich mich für ein (bis anhin) unauffälliges und problemloses Motorrad entschieden , andererseits aber auch etwas Bordwerkzeug und Ersatzteile eingepackt. Nein, es ist keine BMW Boxer aus der Garage gerollt, und Nein, der Tankrucksack wog keine 25 kg und JA, ich hab nichts von alldem eingepackten Zeugs gebraucht, schliesslich hatte ichs ja dabei (es ist wie mit dem Regenkombi, hast du’s -brauchst du’s nicht...) ausser dem Kettenspray, weils ja eben doch keine BMW war.

 

Soviel zu meiner persönlichen Vorgeschichte. Ab jetzt wird’s aktuell und für die meisten Teilnehmer nachvollziehbar. Treffpunkt 08.30 Uhr im äussersten Nordosten der Schweiz, da müssen wir Innerschweizer rechtzeitig aufbrechen, man will ja nicht zu spät kommen. Wenn ich allerdings gewusst hätte, dass wir dann eigentlich doch erst gegen 9 Uhr losfahren, wäre noch etwas Bettruhe möglich gewesen. Hektik am Morgen ist aber nicht so mein Ding und so geniesse ich die frühen Stunden via Hirzel-Seedamm-Riken-Wasserfluh-St Gallen nach St Margrethen, wo die ersten bereits beim Kaffee wach werden. Es ist schon erstaunlich, dass auch an einem Feiertag frühmorgens schon so viel Betrieb auf den Schweizer Strassen herrscht, die Schweiz wird immer enger und wir werden in den nächsten Tagen in Deutschlands Osten spüren, dass es zum Glück nicht überall so eng zu und hergeht.

 

Rund 25 Teilnehmer machen sich also auf die Reise bei herrlichem Sommerwetter, das besagte Achslach im Bayrischen Wald zu finden. Ich konnte, ehrlich gesagt, erst mit der etwas grösseren Karte des letzten Mails die genau Position des geplanten Ziels finden, die Infos auf dem Flyer waren eine Art Schatzkarte für mein Auge, was den Ueberaschungseffekt wach hielt.

 

Da sich Hans Ruedi Müller im Vorfeld offensichtlich mit der genauen Position des Forellenhofs und dessen Erreichbarkeit via Bundesstrassen beschäftigt hat, entschloss ich mich kurzerhand dieser zuletzt an der Tankstelle verbliebenen Gruppe anzuschließen. Der ganze Rest hatte sich kurz zuvor mit viel Getöse Richtung Osten auf und davon gemacht, die Gruppen dieses doch etwa 20 Fahrzeuge umfassenden Ducati Schwarms haben sich dann auf empirisch biologische Art im Laufe des Tages gebildet, wodurch die Bruchstücke davon dann nach und nach zu späten Nachmittagsstunden im besagten Achslacher Forellenhof eintrudelten. Weitere Details entziehen sich meiner Kenntnis, da wir wie gesagt als letzte starteten und als ebenso letzte am Ziel ankamen, es sich also keine nennenswerten Ueberschneidungen mit anderen Teilgruppen ergaben.

 

Dazwischen lagen einige Stunden beschauliches über Land fahren ebenso wie heiteres Umleitungslabyrint suchen, da im traditionell katholischen Bayern in vielen Dörfern die Fronleichnam Prozession aktiv gelebt und befeiert werden. Wir kamen uns ab und zu etwas unglücklich inmitten der Dorfmusik und Schaulustigen vor, gegen Nachmittag nahmen dann die Umwegfahrten ab und wir kamen etwas besser voran, was wir allerdings mit dem Einschalten von Wirtschaftshalten zu kompensieren wussten. Das Angebot an schönen Gasthöfen ist gross und auch die servierten Portionen sind es, kein Wunder dass wir mit der zunehmenden Wärme und vollen Magen etwas müde wurden. Zeit, etwas zu dösen im Schatten der Bäume- doch nein, das Ziel ruft und es ist noch weit. Durch malerische Dörfer mit Störchen und deren Horste auf Kirchtürmen geht es an Weiden und Äckern entlang immer weiter, die Landschaft flach und weit, ab und zu Windturbinen, dann grosse Industrieanlagen, aha BMW Werk Dingolfing , erst Müchen oder was, nein beim nächsten Halt wird klar, es ist absehbar bis ans Ziel, aber auch schon nach 18 Uhr und wieder Umleitungen und langsam sind wir müde. Hans Ruedi führt uns sicher und mit einer netten Extraschleife zum Forellenhof, wo wir bereits vermisst werden, denn das Nachtessen ist bereit, es bleibt kaum Zeit sich im Zimmer kurz frisch zu machen. Denn Hunger und vor allem Durst haben wir alle auch, also halt doch im verschwitzten Shirt zusitzen und sich auf das bevorstehende Nachtessen freuen.

 

Und es sollte sich lohnen anwesend zu sein: Zur Begrüssung der Töffgruppe aus der Schweiz gabs Schnipo XXXL, will heissen 2 Stk Schnitzel paniert, jedes von der Grösse einer A4 Seite, die Teller waren gross, aber die Dinger ragten über den Rand hinaus. So war es kein Wunder, dass nicht alle mit der Portion klar kamen, mußte man oder frau doch an den nächsten Tag und den engen Sitz der Lederkombi denken... Der Tag klang in der Gartenwirtschaft bis in die tiefe Nacht hinein bei allerlei Benzin oder Schnitzelgesprächen aus und gehört hab ich, dass Küsel und Walti ihrem Ruf als Barknacker treu geblieben sind.

 

Die Nacht habe ich verschlafen, es war ja auch ein anstrengender erster Tag und letzen endes wollten wir vor Ort diesmal etwas die Gegend kennen lernen, das Wetter versprach gütig zu bleiben und so freuten wir uns nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet auf die Routen, die von unseren Navi Freaks bereits in die Geräte getippt wurden. Karten dienen nur noch dem Notfall, wie ich feststellen mußte, obwohl ich von der Uebersicht her eindeutig Verfechter dieser altertümlichen Hilfen bin.

 

Unsere Gesellschaft war übrigens bunt gemischt, es waren Altbekannte anwesend, aber auch Leute, die man schon länger nicht mehr gesehen hat (zB der Schreibende), aber ebenso sind Mitglieder erstmals an einer längeren DCS Ausfahrt dabei gewesen. Allen gemeinsam war, dass wir uns wohlfühlten in den Gruppen, die sich für die Ausfahrt des zweiten Tages gebildet hatten. Und wenn es mal nicht so recht passte, fand sich bestimmt eine Möglichkeit spätestens für den nächsten Tag sich selber bei einer anderen Gruppe anzuschließen.

 

Mit Hans Ruedi hatte ich einen Tour Guide, der zwar ein Navi dabei hatte, sich aber auch von der Nase leiten liess, schließlich wollten wir ja schöne Strassen befahren, neue Gegenden kennen lernen, so bog er intuitiv ab, wenn sich von der (zu) grossen und geraden Hauptstrasse eine verlockende Gelegenheit ergab. Wir entdeckten versteckte Anwesen, mächtige Gehöfte und einladende Gasthäuser, genossen Natur, Landschaft, sahen Tiere und Seen und freuten uns auf deftige Mahlzeiten, lokale Spezialitäten in alten Gemäuern oder erfrischende Getränke in lauschigen, schattigen Biergärten.

 

Die schnelle Truppe unternahm einen Ausflug ins nahe Tschechien, die Strassen (mit Ausnahme der Hauptachsen) seien aber so lausig gewesen, dass nach einem extrem preisgünstigen Kaffe/Kuchenhalt gerne wieder Strassen Deutschlands befahren wurden. Zum Teile wurden auch besonders hübsche Schleifen mehrfach abgefahren, sogenannte Endlosschleifen. Wir waren rechtzeitig zum Apero zurück und genossen ein erstes Grosses im grosszügigen Biergarten. Da sich das Wetter von der zwar freundlichen aber eher windig-kühlen Seite zeigte, wurde fortan das Abendessen im Speisesaal verköstigt, was aber keinen Einfluss auf unsere gute Laune und die Trinkfreude einiger Ducatisti hatte. Bei Cigarren und Schlummertrunk wurde am Stammtisch im Freien bei Mondschein bis zur letzten Runde über Gott , Gerechtigkeit und Benzin geredet.

 

Erst gerade sind wir doch angekommen - nun müssen wir schon Abschied nehmen. In wohlsortierten Gruppen fahren wir rechtzeitig bei wieder hochsommerlichem Wetter unserer Heimat entgegen, wegen des zu erwartenden Verkehrs nach diesem Feiertagswochenende vorwiegend auf Autobahnen und Schnellstrassen, die glücklicherweise mehr in der Gegenrichtung belegt sind. Um Bregenz herum bildet sich dann doch noch ein ernsthafter Stau und so beschliessen wir kurzerhand eine Schiffreise von Friedrichshafen nach Romanshorn einzulegen, von wo aus es dann problemlos (wenn man von den Radarkontrollen absieht, die uns sofort wieder an die Heimat erinnern) nach Hause geht.

 

Es bleibt ein grosses Dankeschön allen Beteiligten auszusprechen vorab unseren Präsi Ruedi , der die Reise geplant und den Forellenhof zu äußerst attraktiven Bedingungen reserviert hat. Wir freuen uns auf weitere, attraktive Ausfahrten und Veranstaltungen unseres Ducati Clubs. Bis bald

 

Frank

 

 

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